Ich bereue nichts! Oder?

"Je ne regrette rien ... "

Diese Zeile eines Chansons hatte mich darüber nachdenken lassen, ob ich etwas in meinem Leben bereue.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das einzige, was ich bedaure, die Momente sind, in denen ich den falschen Menschen vertraut habe. Vielmehr waren damals meine Einschätzungen von Situationen oder Charakteren falsch.

Natürlich weiß ich, dass jede Erfahrung zu etwas gut ist und dass wir aus allem lernen können. Eigentlich sollten wir unseren Widersachern sogar dankbar sein, für die Chance, zu wachsen.

Als mediale Beraterin kenne ich das "Spiegelgesetz" und lehre diese Sichtweise meinen KlientInnen:
Aus spiritueller Sicht sagt Verrat viel mehr darüber aus, wie wir uns selbst behandelt haben, dass es soweit überhaupt kommen konnte:
Das sind die Momente, in denen wir nicht zu uns stehen, uns selbst verleugnen, JA sagen, obwohl uns nach NEIN zumute ist.
Oftmals ist es auch das Nichtbeachten unserer inneren Stimme, die uns vor etwas warnt, während wir auf unseren Kopf hören, der flüstert: »Nun hab' doch kein Vorurteil!«

Nur wenn wir uns vorher selbst verraten und verleugnet haben, begegnet uns Verrat im Außen. Das ist so und erklärt auch den Schmerz, der zurückbleibt.

Ich behaupte, dass man allen anderen Lektionen des Lebens irgendwann ein Lächeln zollt.
Aus weltlicher Perspektive betrachtet, haben uns aber jene Erfahrungen von missbrauchtem Vertrauen eine kostbare Qualität einbüßen lassen: Wir sind dadurch weniger offen geworden, wenn nicht sogar misstrauisch.

Es bleibt ein Stachel zurück, der lange nicht verschwindet.
Vielleicht irgendwann ..


Bewahrt Euch trotzdem Eure Offenheit! Sie ist ein kostbares Gut!

Eure Sybille

1 Kommentar 3.2.14 09:19, kommentieren

Entschuldigung!

ODER
Sorry seems to be the hardest word ...


Ich bin gerade etwas "angefressen".
Vor ein paar Wochen hatten wir ein Haushaltsgerät erworben, bei dem wir leider einen Defekt in der Elektronik feststellen mussten. Die Serviceadresse war nicht der Händler, sondern der Großhändler, der uns auch sofort einen Retourenschein sandte. Wir sollten die Rechnung des Händlers beilegen und in spätestens 10 Tagen Ersatz erhalten.

Nachdem die zugesagte Wartezeit bereits erheblich überschritten war, rief ich heute den Großhändler an, um mich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.
Ergebnis: Die zuständige Sachbearbeiterin hatte unser Gerät nach erfolgter Reparatur nicht an uns zurück, sondern an den Händler gesendet. Und da lag es nun.
Ihre Erklärung: Der "Fehler" war, dass wir die Rechnung beigefügt hatten, auf der die Händleradresse stand! (Dass auf dieser Rechnung auch unsere Adresse stand, muss wohl nicht weiter erwähnt werden ...)

Ich war leider zu perplex, um sofort zu reagieren und blieb zurück, mit dem blöden Gefühl, nicht vorausschauend genug gehandelt und die logistischen Vorgänge dieser Firma nicht geahnt zu haben.

Das war's! Ein "es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht!" oder etwas Ähnliches kam nicht mehr. Und das von einer Mitarbeiterin eines namhaften deutschen Händlers, der sich für seinen guten Service rühmt.

Ich finde, wenn man einen Fehler gemacht hat - was ja durchaus menschlich ist und jedem passieren kann - sollte man ihn auch zugeben können!

War das nur ein Einzelfall oder ist es heutzutage so, dass man nicht mehr die Verantwortung für sein Handeln übernimmt, weil sich das auf der Karriereleiter besser macht?


Zum Thema ENTSCHULDIGUNG fällt mir gerade noch eine weitere, sehr verbreitete Unsitte ein:

Immer wieder sieht, liest oder hört man: "Ich entschuldige mich dafür ...!" oder "Ich hab mich doch entschuldigt!"

Meiner Meinung nach kann man sich nicht selbst entschuldigen. Man kann sein Gegenüber höchstens um Entschuldigung bitten und diese Person prüft dann, ob sie uns verzeiht oder nicht. Nur der andere Mensch kann uns entschuldigen.

Oder lebe ich auf einem anderen Stern, auf dem andere Werte gelten?


Lasst nicht zu, dass Euch jemand auf dem Fehler sitzen lässt, den er selbst verursacht hat!

Eure Sybille


20.1.14 13:45, kommentieren